Den Tanker umsteuern!
Ein Leitbild und ein Finanzierungsmodell für den Weg in eine nachhaltige Wirtschaft
Wir stecken im Dilemma zwischen kapitalistischem Wachstumszwang und den planetaren Grenzen.
Dieser Blog zeigt einen Ausweg in eine nachhaltige Wirtschaft, die weitaus weniger Ressourcen verbraucht. Dass dies unter den Bedingungen der bestehenden Marktwirtschaft möglich ist, wird an vielen praktischen Beispielen aus dem politischen Alltag verdeutlicht.
Steuern heißen Steuern, weil man damit sinnvoll steuern kann!
Beim Umbau zu einer klima- und umweltverträglichen Gesellschaft geht es weniger um die Frage aufwendiger Subventionen, als vielmehr um eine Umsteuerung von Wirtschaft und Gesellschaft im Ansatz. Am einfachsten gelingt dies über sinnvolle Steuern. Denn Steuern haben neben ihrem Finanzierungsaspekt immer auch eine Lenkungswirkung.
Der Archimedische Punkt
Der Anteil von Steuern und Abgaben am Bruttoinlandsprodukt liegt in Deutschland bei knapp 50 Prozent, rund zwei Billionen Euro pro Jahr. Diese enorme Steuerlast birgt ein bislang ungenutztes Potenzial. Denn genau hier, in der Verknüpfung von Finanzierungs- und Lenkungszielen, finden wir den Archimedischen Punkt zur notwendigen Umsteuerung der Marktwirtschaft.
Die Grundlage dafür bildet das Konzept der Ökosozialen Steuerreform aus den 1990er Jahren – eine Verschiebung der Steuerlast von der Arbeit zur Energie. Wobei der wichtige Grundsatz gilt: Nicht mehr, sondern andere Steuern.
Der Mechanismus: Die Einnahmen aus der CO2- und Energiesteuer werden zum größten Teil zurückgezahlt: an die Wirtschaft über eine Senkung der Sozialabgaben, an die Verbraucher über ein Klima- bzw. Energiegeld pro Kopf der Bevölkerung.
Der mehrfache Nutzen: Mit der schrittweisen Finanzierung des Sozialsystems über Energiesteuern verteuern wir den Energie- und Ressourcenverbrauch, senken die Kosten menschlicher Arbeit und stellen die Finanzierung des Rentensystems auf eine dauerhaft solide Finanzbasis um. Nicht zuletzt ist hier der gesuchte Ausweg aus dem angeblich unvermeidlichen Wachstumszwang zu finden.
Einen Einstieg in die Thematik findest Du in der Einleitung zum Buch.
Ein ähnlicher Mechanismus zur Verknüpfung von Lenkungs- und Finanzierungswirkung sind auch in anderen Bereichen möglich – z.B. in der Landwirtschaft und im Gesundheitswesen.
Die Klimapolitik ist in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem gesellschaftlichen Spalterthema geworden. Auch hier gilt der Grundsatz: Lenkung über den CO2-Preis ist effizienter und sozial gerechter als bürokratisches Ordnungsrecht oder aufwendige Förderung zum Ausgleich falscher Marktpreise.
› Siehe Artikel »Warum Europa den CO2-Preis retten muss«
Über den Autor
Mein Name ist Gerhard Hübener. Meine politische Prägung erfolgte vor allem durch die Nachwendezeit in Ostdeutschland. Entscheidende Erkenntnis, ausgelöst durch Studien des UPI Heidelberg zu den externen Folgekosten des Straßenverkehrs (die berühmten 5 DM pro Liter Benzin) sowie diverse Vorschläge für eine Ökosoziale Steuerreform: Nicht der Markt ist das Übel, sondern seine Fehlsteuerung!
Seit 1991 engagiere ich mich in Projekten, Artikeln und politischer Arbeit zum Thema „Sinnvolle Steuerung der Marktwirtschaft“. Weiterlesen >>
Aktuelles Buch & Thesenpapier
Die Essenz aus über 30 Jahren Beschäftigung mit Marktinstrumenten für Klima, Umwelt und Arbeitsmarkt habe ich in meinem aktuellen Buch zusammengefasst:
»Den Tanker umsteuern! Wie eine Umverteilung der Abgabenlast den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft freimacht.« (oekom-Verlag 2025).
Hier ein paar einführende Texte:
› Ein Thesenpapier zum Buch.
› Eine Zusammenfassung des vorgeschlagenen Finanzierungsmodells: Ein Grundmodell mit flexiblen Varianten.
Möchtest Du tiefer in die aktuellen Debatten einsteigen?
› Zu aktuellen Artikeln im Blog.