Das Buch ist am Start!

Von | September 10, 2025

(10.09.2025)

Wir stecken im Dilemma zwischen kapitalistischem Wachstumszwang und den Realitäten einer begrenzten Welt. Sechs von neun planetaren Grenzen sind bereits überschritten. Rettung soll das „Grüne Wachstum“ bringen – doch es funktioniert nicht. Der CO₂-Ausstoß ist nur ein Teilaspekt der ökologischen Überlastung, der insgesamt viel zu hohe Ressourcenverbrauch bleibt weitgehend unbeachtet. Deutschlands Versuch, Klima- und Umweltziele mit teuren Subventionen und strengen Vorschriften zu erreichen, ist weder zukunftsfähig noch global übertragbar.

Gerhard Hübener weist in „Den Tanker umsteuern“ auf die eigentliche Messlatte (nicht nur) in der Klimapolitik hin: die Entwicklung eines nachhaltigen Wirtschaftsmodells, welches von Schwellen- und Entwicklungsländern – die bisher unserem „erfolgreichen“ wachstumsorientiertem Modell folgen – übernommen werden könnte. Der Autor greift das Bild vom fehlgesteuerten Tanker Marktwirtschaft auf, das in der Diskussion um die Ökosoziale Steuerreform in den 1990er Jahren geprägt wurde. Damals wurde eine Umverlagerung der Steuerlast von der Arbeit zu Energie- und Ressourcenverbrauch gefordert, um den Tanker auf zukunftsfähigen Kurs zu bringen. In Den Tanker umsteuern! wird diese Forderung aufgegriffen und erweitert.

Das Buch verknüpft verschiedene Reformansätze für den politischen Alltag. Im Mittelpunkt stehen dabei sinnvoll lenkende Steuern. In der Verbindung von Finanzierungs- und Lenkungswirkung finden wir den Archimedischen Punkt zur sinnvollen Um-Steuerung des Tankers Marktwirtschaft. Dabei wird der Grundsatz „Nicht mehr, sondern andere Steuern“ betont. An praktischen Beispielen, insbesondere der Klimapolitik, wird gezeigt, wie wir aus bestehenden Sackgassen herauskommen können. Deutlich wird: Der Weg in eine nachhaltige Gesellschaft muss weniger finanziert (Ausnahmen bestätigen die Regel) als vielmehr über den Markt sinnvoll gelenkt werden. Das ist weitaus effizienter als der Weg über aufwendige Subventionen oder moralische Appelle.

Nebenbei wird so die Frage beantwortet, ob wir ein neues Wirtschaftssystem brauchen. Dieses, so der Autor, ist weder sinnvoll noch notwendig. Was in die Krise geraten ist, ist nicht der Markt an sich, sondern seine sehr viel jüngere Spielart – der von Verantwortung für soziale und ökologische Folgeschäden befreite kapitalistische Markt.

„Indem wir dem Markt eine nachhaltige Richtung zuweisen, bei Nutzung sinnvoll lenkender Steuern (nomen est omen), kann er das leisten, was er am besten kann: knappe Ressourcen sinnvoll verteilen. Unter solchen Bedingungen wird aus dem Markt tatsächlich ein Wegbereiter für eine nachhaltige Gesellschaft.“

Der Autor schreibt klar und unideologisch, gestützt auf praktische Beispiele aus Politik und Wirtschaft. Sein Leitbild liefert ein kraftvolles Gegenmittel zur aktuellen Orientierungslosigkeit.

Hier die Ankündigung durch den Verlag mitsamt Leseprobe (Kapitel 6: Ausstieg aus dem Wachstumszwang).